Farbe? Was soll das?

Es ist doch immer das selbe. Da redet einer von Blau und meint Marine, der Andere versteht Azur und meint Cyan.

Rein objektiv gesehen wird dieses "Blau" aber technisch zusammengesetzt. Will heissen, je nach Farbraum und Qualität der Basisbestandteile gibt es einen bestimmten Mix. Und wenn Farbraum und Basisbestandteile in der selben Menge zusammenkommen, gibt es immer die selbe Farbe.

Theoretisch.

Praktisch ist es (leider) so, dass es Farben gar nicht gibt. Ja, ehrlich. Farben werden in unserem Gehirn erzeugt, nachdem die Augen mit ihren Linsen und Rezeptoren Lichtwellen "aufgefangen" haben.

Und diese Lichtwellen sind die Überbleibsel einer Kollision von Licht aus der Lichtquelle mit einem Material, das einen Teil des Lichtes "schluckt".  Also: Sonne scheint auf Blatt, Blatt schluckt ein bisschen Licht, Blatt spuckt den Rest aus, den wir dann als "Grün" wahrnehmen. Und je nach Tageszeit, nach Linse in unserem Auge und den Rezeptoren ist das Grün ein bisschen bläulicher oder rötlicher oder was auch immer.

Besonders ärgerlich wird's bei Firmenfarben. Als Teil des Corporate Design soll ja besagtes "Blau" das gleiche sein, ob auf einem Bauteil oder dem Briefbogen, ob auf Metall oder Kunststoff oder auf dem Monitor, der die "Homepage" (unter Anführungszeichen, dazu später einmal mehr) zeigt.
Und das ist schlicht fast unmöglich. Denn da haben wir verschiedenste Farbräume auf verschiedensten Materialien in unterschiedlichster Umgebung. Ja, es ist sogar so - wenn man an Monitore denkt -, dass ein und der selbe Farbraum auf ähnlichen Materialien/Farbträgern ganz andere Ergebnisse zeigt. Monitor ist nicht Monitor, Papier nicht Papier und der Türgriff in der Eingangshalle ist nicht der Türgriff der Tür zum Chef-Büro.

Was lernen wir daraus? Bleiben wir locker. Denken wir an die Heraldik: Da war/ist noch Rot Rot. Schlimmstenfalls Purpur. Aber kein Orange. Und was sind unsere Logos anderes als (Firmen-)Wappen?

Okay, ich habe übertrieben. Ein bisschen.

07.01.2017